Interview mit BeuthBonus+-Alumna Marfisa D’Agostino

erstellt von Luisa Jabs | |   Erfolgsgeschichte

Welchen Einfluss hat BeuthBonus+ auf den weiteren Berufsweg? Die studierte Geografin Marfisa D’Agostino hat 2019 das BeuthBonus+ FLEX -Programm abgeschlossen und darin auch ein Fachmodul an der Hochschule besucht. Was sie daraus für ihr weiteres Arbeitsleben mitnehmen konnte, berichtet sie uns im Interview:

 

Was waren Ihre Ziele beim Start des Programms? Und warum haben Sie sich dazu entschieden teilzunehmen?
Ich wollte mein Deutsch verbessern. Aber auf einem Hochschulniveau. Ich dachte, ein Kurs an einer Hochschule wäre eine gute Möglichkeit für mich, den ganzen Tag nur Hochdeutsch zu hören und nicht nur Berliner Dialekt (lacht).

Entschieden hatten Sie sich dann schon, als Sie davon gehört haben?
Sofort! Bei einer Fortbildung ist mir der Bereich Kommunikation sehr wichtig. Damit habe ich jeden Tag zu tun. In meiner Heimat habe ich viel Energie aufgewendet, um zwei Diplome und einen Master abzuschließen. Es war meine Entscheidung, nach Deutschland umzuziehen. Deswegen ist mein erstes Ziel, gutes oder sehr gutes Deutsch zu beherrschen.

Konnten Sie Ihre Ziele mit BeuthBonus+ erreichen?
Ich konnte das Ziel noch nicht ganz erreichen. Aber wie Mark Twain schon sagte: „Ein begabter Mensch lernt Englisch in 30 Stunden, Französisch in 30 Tagen und Deutsch in 30 Jahren.“ Ich übe zwar täglich, aber ich denke, dass ich noch eine Weile brauche bis mein Deutsch wirklich gut ist (lacht).

Inwiefern hat BeuthBonus+ Sie auf den Arbeitsmarkt in Deutschland vorbereitet? Hat es Ihnen beim Jobeinstieg geholfen?
Sehr, denn ich hatte die Möglichkeit, ein Modul zum Thema Projektmanagement zu besuchen. Dabei stellte ich fest, dass ich dafür Talent besitze. Ich habe schon immer in diesem Bereich gearbeitet, nur war es mir bis dahin nicht klar. Daraufhin habe ich eine Zertifizierung zur Projektmanagerin abgeschlossen. Als ich bei einer ITech-Firma arbeiten wollte, bin ich auf die ReDI School of Digital Integration gestoßen. Ich habe mich dort schon zu einem weiteren Kurs über Data Analytics angemeldet, da das für Projektmanagement nützlich ist.

Was ist der beste Tipp, den Sie von BeuthBonus+ bekommen haben?

Das war die Bestätigung, dass es immer etwas Neues zu lernen gibt. Durch die Teilzeit-Qualifizierung habe ich eine andere Perspektive auf den deutschen Arbeitsmarkt bekommen, ohne einen durch meine Kultur geprägten Blick. Und obwohl ich schon vorher viel mit anderen Kulturen zu tun hatte, hat mir eines der Module, das ich zur interkulturellen Kommunikation belegt habe, viel über kulturellen Umgang beigebracht. Heutzutage, wo die Arbeitsplätze sehr international sind, besonders in Berlin, ist es sehr wichtig, andere Kulturen zu kennen.


Helfen Ihnen die Fähigkeiten, die Sie bei BeuthBonus+ erlernt haben, jetzt bei Ihrer Arbeit?

Ja, sehr. In den Einzelcoachings zur beruflichen Zielfindung habe ich gelernt, mehr an mich selbst zu glauben. Vorher habe ich immer gesagt: „Ja, aber mein Deutsch… Ja, aber dies, ja, aber das…“ Der Coach meinte dagegen: „Du bist klug und findest immer Lösungen für Probleme, du bist sehr operativ, logisch und zahlenaffin.“ Und da dachte ich mir, stimmt, ich habe noch nie so über meine Stärken nachgedacht. Dort habe ich begriffen, dass ich die Sprache zwar nicht perfekt beherrsche, aber trotzdem nicht vergessen darf, dass ich fähig und motiviert bin. Man braucht vielleicht ein bisschen mehr Zeit als in der Heimat, aber der Erfolg kommt dann trotzdem.


Herzlichen Dank für das Interview – wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und weitere spannende Lernerfahrungen!

Marfisa D’Agostino ist zugewanderte Geografin aus Rom (Italien) und hat 2019 an BeuthBonus+ teilgenommen.

Das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert

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