Studie des DAAD: Die Rolle der Hochschulen bei der Flüchtlingsintegration und Fachkräftemigration

erstellt von Janina Loof, Imke Henningsen |

Wie sind die Hochschulen an der Integration von internationalen Studierenden und Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt beteiligt? Die Experten Simon Morris-Lange und Mohini Lokhande des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR) des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) haben das untersucht.

 

In unserem Artikel haben wir die wichtigsten Punkte der Studie und des Interviews mit Simon Morris-Lange für Sie zusammengefasst und zeigen Ihnen, wie unsere Programme BeuthBonus+, Welcome und Integra die Integration von ausländischen Studierenden und akademischen Fachkräften fördern und sie bei dem Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt unterstützen.

Die Experten Simon Morris-Lange und Mohini Lokhande vom Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) des DAAD haben anhand der Programme "Integra" und "PROFI" untersucht, wie die Hochschulen an der Flüchtlingsintegration und Fachkräftemigration beteiligt sind. Interessant ist hierbei, welche Erfahrungen die Teilnehmer*innen der Programme gemacht haben und was zukünftig noch verbessert werden könnte. Die Links zum Interview von Simon Morris-Lange sowie zur Studie des DAAD finden Sie am Ende unseres Artikels.

Der deutsche Arbeitsmarkt weist eine hohe Nachfrage an qualifizierten Fachkräften auf. Mit ausländischen Studierenden an deutschen Hochschulen könnte dieser Fachkräftemangel gelöst werden, denn viele von ihnen haben das Ziel, nach ihrem Studium in Deutschland zu bleiben. Jedoch gibt es nicht nur vor und im Studium Barrieren, sondern auch bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Fehlende berufliche Netzwerke, wenig Arbeitserfahrung und mangelnde Deutschkenntnisse sowie Probleme/ Unsicherheiten mit dem Aufenthaltsstatus.

Mit den Programmen "Integra" und "PROFI" des DAAD erhalten internationale Studierende und Akademiker*innen, mit oder ohne Fluchthintergrund, Unterstützung auf dem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt. Die Programme beinhalten Bewerbungstraining und berufsvorbereitende Sprachkurse. Des Weiteren gibt es zusätzliche Angebote, wie von der Bundesagentur für Arbeit oder von fördernden Unternehmen. An dieser Stelle könne, laut den Experten, die Zusammenarbeit noch verbessert werden, indem einzelne Initiativen verknüpft und durch ein regionales Management koordiniert würden

Das Programm "Integra" (Integration von Flüchtlingen ins Fachstudium) unterstützt geflüchtete Studieninteressierte und internationale Studierende auch auf dem Weg ins und durch das Studium an einer deutschen Hochschule. Mit Hilfe des Programms wurden bereits mehr als 26.000 Geflüchtete gefördert. Die Experten fanden heraus, dass ausländische Studierende mit und ohne Fluchthintergrund oft die gleichen Hindernisse haben, wie unzureichende Deutschkenntnisse oder wenig Arbeitserfahrung. Geflüchtete Studierende sind aber einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt, da sie oft nicht wissen, ob sie in Deutschland bleiben können. Sie benötigen daher mehr Unterstützung. Laut den Erkenntnissen der Experten gilt es hier eine ergänzende individuelle Betreuung anzustreben. Das Programm "PROFI" (Programm zur Förderung der bildungsadäquaten Integration in den deutschen Arbeitsmarkt) bietet Weiterbildungskurse an Hochschulen für geflüchtete Akademiker*innen aus dem Ausland an, die bereits Berufserfahrung gesammelt haben. Zudem eröffnet das Programm den Teilnehmenden eine gezielte Weiterbildung, die sich auf bestimmte Branchen konzentriert und ihnen so den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtert. Die Studie macht deutlich, dass hier oft erschwerte Bedingungen herrschen, da viele von ihnen bereits über 30 Jahre alt sind oder familiäre Verpflichtungen haben. Die Teilnehmenden des Programmes streben daher einen schnellen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt an.

Die meisten Seminare und Programme werden zur Zeit digital angeboten, was jedoch ein Problem für Nutzer*innen darstellt, die noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse oder Erfahrungen mit digitalen Lernplattformen verfügen. Hier kamen die Experten zu dem Entschluss, dass die digitalen Angebote weiterentwickelt und didaktisch verbessert werden sollten.

Auch an der Berliner Hochschule für Technik (BHT) besteht die Möglichkeit, an integrationsfördernden Programmen teilzunehmen. Das sind die Programme "Welcome", "Integra" und "BeuthBonus+". Die Teilzeit-Qualifizierung "BeuthBonus+" des Fernstudieninstituts der Berliner Hochschule für Technik (BHT) ist Teil des Netzwerkes IQ (Integration durch Qualifizierung) und bietet zugewanderten Akademiker*innen durch Workshops, Einzel- und Gruppencoachings eine zielgerichtete Vorbereitung auf den Berufseinstieg. Das Projekt "Welcome" fördert die Integration von geflüchteten Studieninteressierten und internationalen Studierenden mit und ohne Fluchthintergrund. Die Teilnehmenden werden durch das vom DAAD geförderte Programm bei ihrem Studienabschluss unterstützt und können an Angeboten wie Mentorings, Sprach- und Fachkursen teilnehmen. Studieninteressierte mit Fluchthintergrund werden mit Hilfe des Programms auf ein Studium an einer deutschen Hochschule vorbereitet.
 

Copyright: Deutscher Akademischer Austauschdienst DAAD

Das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert

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