Ukrainische Doktorandinnen vertreten die Wissenschaft in Berlin: die Erfahrungen von Mariia Zavodiana und Anna Savelova
Im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2025 absolvierten promovierende Studierende mit dem Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften an ukrainischen Hochschulen – Mariia Zavodiana von der Nationalen Universität für Lebens- und Umweltwissenschaften (NULES) und Anna Savelova von der Nationalen Universität Kremenchuk Mykhailo Ostrohradskyi (KrNU) – ein internationales Praktikum an der Berliner Hochschule für Technik (BHT) im Rahmen des akademischen Mobilitätsprogramms DAAD PACK IT. Ihre Teilnahme an diesen Projekten stellte einen wichtigen Schritt in ihrer beruflichen Entwicklung dar und bestätigte das hohe Ausbildungsniveau junger ukrainischer Wissenschaftlerinnen.
Zwei Monate lang belegten die Doktorandinnen Kurse, die moderne Methoden der Datenanalyse, Business Analytics und akademisches Englisch miteinander verbanden: Statistisches Rechnen, Business Intelligence, Präsentieren auf Englisch sowie Englisch für ein Auslandsstudium. Hochschuldozierende gewährten ihnen Zugang zu den Lehrmaterialien, sodass sie die Themen auch außerhalb des Unterrichts wiederholen und ihr Wissen vertiefen konnten.
Das Treffen mit Professorinnen, Professoren und Forschenden der BHT war besonders wertvoll. Prof. Dr. Steffen Wagner stellte moderne Ansätze der Statistik und die Arbeit mit der Programmiersprache R vor, Dr. Alexandra Sudhersan half dabei, die akademischen Englischkenntnisse zu verbessern, und Dr. Alexia Shemien vermittelte die Kunst des Präsentierens auf Englisch. Prof. Dr. Aleksandr Löser führte die Doktorandinnen in die Welt der Business Analytics ein, die Wirtschaftswissenschaften mit Informationstechnologie verbindet.
Das Praktikum umfasste außerdem die Teilnahme an kulturellen und wissenschaftlichen Veranstaltungen. Mariia Zavodiana und Anna Savelova nahmen an einem Vortrag von Prof. Dr. Svitlana Smolenska mit dem Titel „Die verlorene Geschichte des internationalen Wettbewerbs von 1930 für das Charkiwer Theater“ teil. Die Referentin hielt eine Präsentation und sprach über die besten Entwürfe für das Staatliche Ukrainische Theater für Massenmusik mit 4.000 Sitzplätzen in Charkiw, die anhand moderner Fotokopien und Illustrationen aus der Architekturpresse der 1930er-Jahre rekonstruiert wurden, sowie über die originalen vorbereitenden Zeichnungen des Charkiwer Theaters von den beiden deutschen Architekten Hans Pelzig und Otto Kotz, die im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin aufbewahrt werden.
Dank einer Einladung von Prof. Dr. Yasmin Olteanu nahm die Doktorandin Anna Savelova am Kyiv Investment Forum 2025: Berlin Plattform teil, bei dem Innovationen im Bereich Energie und nachhaltige Stadtentwicklung diskutiert wurden. Das Forum entwickelte sich zu einer wichtigen Plattform für den Dialog zwischen ukrainischen und deutschen Expertinnen und Experten, Unternehmen sowie Investoren.
Der kulturelle Teil des Praktikums war nicht weniger wichtig. Anna und Mariia besuchten den Bundestag, den Berliner Dom, das Schloss Charlottenburg, das Museum für Antike Kultur, einen der größten Zoos Europas sowie die Wahrzeichen der Hauptstadt – das Brandenburger Tor und den Fernsehturm am Alexanderplatz. Dies trug zu ihrer soziokulturellen Integration bei und half ihnen, das Leben in Deutschland heute besser zu verstehen.
Die Teilnehmenden sprechen den Programmkoordinatoren, Prof. Dr. Stefan Junge und Prof. Dr. Natalia Zaiets, ihren besonderen Dank aus. Ihre Unterstützung, ihre organisatorische Arbeit und ihre stetige Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse der Studierenden sorgten für einen angenehmen Aufenthalt in Berlin, effektives Lernen und eine erfolgreiche Integration in das internationale akademische Umfeld. Dank ihres Engagements wurde das Praktikum nicht nur zu einer lehrreichen, sondern auch zu einer wirklich inspirierenden Erfahrung, die ukrainischen Graduierten neue Perspektiven eröffnete.
Die Praktika von Anna Savelova und Mariia Zavodiana sind zu einem Beispiel für die erfolgreiche Integration junger ukrainischer Wissenschaftlerinnen in den europäischen akademischen Raum geworden. Ihre Teilnahme an DAAD-Programmen hat nicht nur das Ansehen ukrainischer Universitäten unterstrichen, sondern auch den Grundstein für neue internationale Forschungsvorhaben, Partnerschaften und gemeinsame Projekte gelegt. Für die von ihnen vertretenen Fakultäten stellt dies einen weiteren Schritt zur Internationalisierung des Bildungsprozesses sowie zur Verbesserung der Qualität der wissenschaftlichen Forschung in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Internationale Beziehungen und Geoinformatik dar.









