Vom 15. bis 21. Februar 2026 erlebten 17 Studierende eine intensive, spannende Woche im Papiermacherzentrum Gernsbach. Dank des PACK IT Projekts konnten neben sieben Masterstudierenden der BHT (Verpackungstechnik und Management) auch zehn ukrainische Studierende der Universitäten NUFT und NUBiP an diesem Vertiefungskurs im Bereich „Faserbasierte Packstoffe“ teilnehmen.

 

 

Um der internationalen Ausrichtung gerecht zu werden, fanden sowohl die Vorlesungen als auch die Abschlussklausur auf Englisch statt. In den theoretischen Modulen wurden zunächst die Grundlagen gelegt: Die Studierenden lernten, wie aus Holz Papier gewonnen wird und welche verschiedenen Verfahren dabei zum Einsatz kommen. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Aufbereitung von Altpapier, da dieser Rohstoff in Deutschland eine zentrale Rolle in der Papierherstellung spielt. Im Anschluss wurde die Papiermaschine im Detail analysiert. Dabei wurde erarbeitet, welche Aufgaben die einzelnen Sektionen übernehmen und wie sie die Qualität des Endprodukts beeinflussen, wenn aus einer wässrigen Fasersuspension ein fertiges Papier entsteht. 

Mithilfe der Computersimulation CAPS (Computer Aided Process Simulation) konnten die Teilnehmenden eine virtuelle Papiermaschine steuern und experimentell untersuchen, wie sich verschiedene Parameter auf die Papierqualität auswirken. Hier für war ebendfalls das Wissen aus der Automatisierungsvorlesung notwendig, um die Regler präziese auf die benötigten Werte einzustellen.  Da nicht nur die eingesetzten Fasern einen Einfluss auf die Papiereigenschaften haben, wurden ergänzend noch verschiedene Zusätze und Folgeprozesse beleuchtet, die unterschiedliche Einflüsse auf die Eigenschaften des herzustellenden Papiers haben können. 

Ergänzend zur Theorie wurde im Labor selbst Hand angelegt. Die Studierenden deinkten Papier und untersuchten, wie die Mahldauer im Refiner die späteren Papiereigenschaften beeinflusst. Ein Highlight war dabei die Herstellung eigener Proben im Blattbildner inklusive anschließender Eigenschaftsprüfungen. Abgerundet wurde das Programm durch die Grundlagen der Farbphysik, wo gezeigt wurde mit welchen Ticks Papier weißer erscheint und welchen Einfluss verschiedene Lichtquellen auf unser Farbsehen haben. 

Auch das Zwischenmenschliche kam nicht zu kurz. Dank der Verpflegung vor Ort und der Unterbringung im Gästehaus blieb viel Zeit für den Austausch. Ob beim Billard, Kegeln oder Kartenspielen, die Abende boten die perfekte Gelegenheit, neue Kontakte zwischen Berlin und Kiew zu knüpfen.

Nach der erfolgreich geschiebenden Klausur am letzten Tag wurde die Woche gebührend in Karlsruhe abgeschlossen. Bei einem gemeinsamen Abendessen stießen die Studierenden auf ihren Erfolg und die neu gewonnenen Freundschaften an.