Im Wintersemester 2025/26 kooperierten Zukunft findet Stadt und der Rat für Zukunftweisende Entwicklung (RZE) mit der KOPF, HAND + FUSS gGmbH. Ziel der Zusammenarbeit war es, zukünftig möglichst vielen Menschen ein positives und selbstbestimmtes Shopping-Erlebnis zu ermöglichen.

KOPF, HAND + FUSS setzt sich seit 2010 dafür ein, dass jedes Anderssein akzeptiert und wertgeschätzt wird. Gemeinsam mit Expert*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt die Organisation interaktive Lernportale, innovative Softwareanwendungen sowie Apps. Darüber hinaus berät sie Unternehmen und Organisationen beim Abbau von Barrieren in ihren Räumlichkeiten und betreibt mit dem TUECHTIG einen inklusiven Co-Working-Space. Dieser dient als Blaupause dafür, wie Menschen mit und ohne Behinderung in einer wertschätzenden Atmosphäre erfolgreich zusammenarbeiten können.

Die Challenge des Semesters

Aktuell sucht KOPF, HAND + FUSS Investor*innen für die Umsetzung einer kompletten Shopping Mall als „Haus der Inklusion“. Angedacht sind unter anderem ein Supermarkt, eine Drogerie, ein Fitnessstudio, ein Friseursalon sowie weitere typische Geschäfte und Einheiten, die möglichst barrierearm gestaltet sind und unterschiedliche Unterstützungsangebote für verschiedene Bedürfnisse bereithalten. An dieser Stelle setzte die HACKademy an: Studierende sammelten Informationen und Eindrücke, entwickelten Konzepte und bauten Prototypen von Gegenständen, die beispielsweise in einem inklusiven Supermarkt zum Einsatz kommen könnten – und die potentiellen Investor*innen zum Nachdenken bewegen sollen. Ihre Ergebnisse präsentierten sie am 12.01. im Rahmen einer Abschlusspräsentation und übergaben sie an Stefanie und Romy von unserem Kooperationspartner.

Perspektivwechsel und hands-on Prototypenbau im Semesterverlauf

Das Semester startete mit einem sogenannten „Handicap-Parcours“. Um sich in die Perspektive von Menschen mit Behinderungen hineinzuversetzen, bewegten sich die Studierenden mit Krücken, Rollstuhl sowie Brillen, die verschiedene Sehbehinderungen simulieren, über den Campus und lösten dabei unterschiedliche Aufgaben. Bei einem weiteren Termin besuchten sie das TUECHTIG und führten mehrere Interviews mit Betroffenen. Ein besonderes Highlight war das gemeinsame Einkaufen im SuperCoop: Hier konnten die Studierenden selbst erleben, wie herausfordernd es beispielsweise ist, mit einer Tetraspastik einen Artikel aus einem vollgestopften Regal zu greifen, oder wie belastend die dauerhafte Beschallung durch Musik und Werbung in Supermärkten für Menschen mit Autismus sein kann. Zudem wurde deutlich, wie unterschiedlich die Bedürfnisse der Kund*innen sind – sowohl in Bezug auf direkte Ansprache als auch auf den Wunsch nach Unterstützung beim Einkaufen.

Darauf folgten Ideathons und HACKathons, in denen vielversprechende Ideen teilweise auch wieder komplett verworfen werden mussten. Doch am Ende des Semesters konnten alle Gruppen tragfähige Ergebnisse präsentieren, die für unseren Kooperationspartner neue Erkenntnisse brachten und auch für die Studierenden selbst einen großen Lerngewinn darstellten.

Die Ergebnisse im Überblick:
  • ein Konzept für eine App, mit der sich Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam zum Einkaufen verabreden können
  • ein Übersichtsposter mit vielen kleinen Maßnahmen, die Supermarktbetreiber*innen berücksichtigen können, um ihre Einrichtung inklusiver zu gestalten
  • Videos, in denen Menschen mit Behinderungen ihre Einkaufserfahrungen schildern und Wünsche für ein Haus der Inklusion formulieren
  • ein 3D-gedrucktes Miniatur-Kaufhaus, das potenziellen Investor*innen anschaulich die Problematik zu schmaler Gänge verdeutlicht
  • ein Adapter für Rollstühle, mit dem ein handelsüblicher Einkaufskorb befestigt werden kann
  • ein optimierter Einkaufswagen mit Sitzmöglichkeit, Handyhalterung, Lupe und weiteren Annehmlichkeiten, der das Einkaufserlebnis insgesamt verbessern soll