Klimawandel in der Pflege
Der Klimawandel trifft manche Gruppen besonders stark. Durch die steigenden Temperaturen erleben wir mehr Hitzewellen, was insbesondere in dicht besiedelten Städten noch verstärkt wird. Für Pflegeeinrichtungen bedeuten die hohen Temperaturen eine enorme Belastung, da sie besonders für ältere Menschen und den Pflegenden Gesundheitsrisiken bergen. Wie kann Wärmebelastung in Pflegeheimen schnell und kostengünstig gesenkt werden?
Das zeigt das Forschungsvorhaben zur Anwendung von Hitzeschutzfolien, das 2024 im Rahmen des Real Life Labs Klima von Studierenden der BHT sowie der Freien Universität Berlin unter der Leitung von Prof. Michael Dattner (BHT) und in Kooperation mit unserem Praxispartner, dem Pflege und Wohnen Sunpark, der Johannesstift Diakonie in Berlin Neukölln umgesetzt wurde.
Dafür führte Prof. Dattner mit den Studierenden eine vergleichende Messung der Effekte verschiedener Hitzeschutzfolien durch. Zu den wichtigsten Vorgaben des Praxisexperiments zählen eine schnelle und kostengünstige Umsetzung, außerdem sollten keine umfassenden Eingriffe in die Bausubstanz vorgenommen werden. Die Beteiligten sammeltenn bei der Durchführung des Projekts sowohl Erfahrung in der Anwendung von Methodik und Technik als auch in der Arbeit in inter- und transdisziplinären Teams in der Praxis. Zudem lassen sich die Ergebnisse des Praxisprojekts auf baulich ähnliche Einrichtungen der Johannesstift Diakonie sowie andere vergleichbare Einrichtungen übertragen.
(Angesichts zunehmender Hitzewellen im Sommer stehen Pflegeeinrichtungen vor der Herausforderung, ihre Bewohner*innen zu schützen. Ältere und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen sind durch extreme Temperaturen besonders gefährdet. Mitte Juli erprobten Studierende der Berliner Hochschule für Technik (BHT) und der Freien Universität Berlin (FU) daher verschiedene Hitzeschutzfolien in der Pflegewohneinrichtung Sunpark der Johannesstift Diakonie.
Das Ziel der Studie, die von Prof. Dr. Michael Dattner, Fachbereich VI, betreut wird, ist es, die Wärmebelastung in Pflegeheimen schnell und kostengünstig zu senken, ohne umfassende Eingriffe in die Bausubstanz vorzunehmen. Die Studierenden brachten im Obergeschoss des Pflege und Wohnen Sunparks verschiedene Folien an den Fenstern an und sammelten Daten, wie gut diese Wärme abhalten. Vor Ort kamen Forschungsmethodik und Messtechnik aus der Glanzforschung von Michael Dattner zum Einsatz. Der Professor, der IT-gestützte Druckproduktion lehrt, ist spezialisiert auf die Messung und die Analyse von glänzenden Oberflächen.
Die Studie gehört zum Teilprojekt „Real Life Labs“ des Projekts „Zukunft findet Stadt“ (ZfS). Sie stellt ein Best-Practice-Beispiel für den Wissenstransfer dar, bei dem alle Beteiligten profitieren. Die Studierenden gewinnen praktische Erfahrungen, die Hochschule stärkt ihre Forschung und die Pflegeeinrichtung erhält Erkenntnisse für den Hitzeschutz. Die gewonnenen Erkenntnisse können außerdem theoretisch auf andere vergleichbare Einrichtungen übertragen werden.
